Beim Turnier „Kicken mit Herz“ hat der Berliner Verein Polar Pinguin gezeigt, wie man Kinderfußball mit gesellschaftlicher Verantwortung verbindet. Am Ende haben die Jungen und Mädchen viel gekickt, viel gelernt und sogar eine stattliche Spende für einen wohltätigen Zweck erspielt.
Es ist ein warmer, sonniger Sommertag in der „PolArena“ im Berliner Stadtteil Tempelhof. Mehr als vierzig Kinder von verschiedenen Vereinen wuseln auf dem Kunstrasenfeld des Vereins herum. Am Spielfeldrand stehen die Erwachsenen, reichen immer wieder erfrischende Getränke und erfreuen sich an dem, was an diesem Tag geboten wird: Ein Fußballturnier der besonderen Sorte.
Denn bei „Kicken mit Herz“ geht es nicht primär ums Gewinnen oder Verlieren. „Ihr sollt Freude haben, respektvoll und fair miteinander umgehen und im besten Fall heute neue Freunde finden“, erklärt Projektkoordinator Arne Schüler vom Verein Polar Pinguin.
Zu Beginn des Tages einigen sich die Spielerinnen und Spieler auf Fair Play-Regeln. So sind fluchen und beleidigen ebenso verboten wie Alleingänge auf dem Feld. Erwünscht hingegen ist das respektvolle Abklatschen nach dem Spiel mit Gegnern und Mitspielern. Halten sie sich an die gemeinsam verabredeten Regeln, bekommen sie von der Turnierleitung Punkte gutgeschrieben, die danach in eine Spendensumme umgewandelt wird. Die Teams werden bunt gemischt, so dass Kinder aus verschiedenen Vereinen in einer Mannschaft zusammenkommen.
Aber nicht nur Fußball spielen ist angesagt. Auf dem Nebenplatz gibt es verschiedene Workshops für die Kinder. In den Spielpausen lernen die Jungkicker spielerisch den Umgang mit Themen wie Nachhaltigkeit, Toleranz und Anti-Diskriminierung. Dafür hat sich Polar Pinguin mit Organisationen wie „SwapEvents“ und „Zusammen1“ vernetzt, die die Workshops konzipiert haben und umsetzen.
Am Ende sind sich alle einig. Es war ein freudvoller wie lehrreicher Tag. Die eine oder andere Freundschaft hat sich angebahnt. Die Kinder sind mit viel neuem Wissen nach Hause gegangen. Und weil sie sich hervorragend an die Fair Play-Regeln gehalten haben, ist eine Spendensumme von 595€ zusammengekommen. Die Erwachsenen von „Polar Pinguin“ hatten beschlossen, pro erspieltem Fair Play-Punkt eine Geldsumme zu geben. Gemeinsam haben die Nachwuchskicker beschlossen, das Geld an die SOS Kinderdörfer zu spenden.
Mit „Kicken mit Herz“ hat Polar Pinguin gezeigt, dass Fußball mehr sein kann, als nur ein Sport. Der Tag hat den Kindern eindrucksvoll vermittelt, dass auch sie etwas bewegen können, dass sie mitgestalten und entscheiden können – und dass Fußball verbindet. “treffpunkt verein“ freut sich, diese schöne Idee zu unterstützen.
Der Ideenwettbewerb „Gemeinsam geht besser“ wird auf der Plattform treffpunkt verein umgesetzt und ist ein gemeinsames Projekt der Philipp Lahm-Stiftung, der Robert Bosch Stiftung, der Beisheim Stiftung und der Niedersächsischen Lotto-Sport-Stiftung. Im Sommer 2025 konnten sich Sportvereine aus ganz Deutschland mit ihren Ideen zur Verbesserung von Zusammenhalt, Teilhabe oder Mitbestimmung im Verein bewerben. Insgesamt wurde eine Fördersumme von 150.000 Euro ausgelobt.
Im Herbst 2025 legte sich eine Jury rund um treffpunkt verein-Initiator Philipp Lahm auf neun Gewinner-Vereine fest (hier ein Nachbericht zur Jury-Sitzung). Seit Anfang des Jahres 2026 setzen die Vereine nun ihre Projekte um – und wir geben regelmäßig Einblicke in die Arbeit vor Ort.