Ideenwettbewerb-Gewinner Waldeck-Obermenzing: Kleines Armband – große Wirkung

28. April 2026

Für die einen ist es eine kleine Geste, für die anderen die Erinnerung daran, worum es im Kinder- und Jugendfußball geht: Um Fairness, Respekt und ein friedvolles Miteinander auf und am Fußballplatz. Die Kinder und Jugendlichen des SV Waldeck Obermenzing verteilen vor jedem Spiel Armbänder an die Eltern am Spielfeldrand. Die Botschaften wirken.

„Zeig Respekt“, „Zeig Charakter“ und „Übernimm Verantwortung“ – es sind kleine Botschaften, aufgedruckt auf bunte Silikon-Armbänder. Die U9-Kinder des SV Waldeck Obermenzing übergeben die Bänder an die gegnerischen Spieler. Und die laufen im Vollsprint an die Seitenlinie und übergeben die Bänder an ihre Eltern.

So sieht das fortan aus, bei den Spielen der U9- bis zu den U15-Teams des Münchener Stadtteilvereins aus Obermenzing. „Cup of Respect“ heißt die Aktion. Wofür braucht es diese Botschaften? „Die überwiegende Anzahl der Eltern unterstützen ihre Kinder bei den Spielen sehr positiv. Aber immer wieder erleben wir auch Respektlosigkeiten, Schreiereien und Beleidigungen von Eltern gegenüber Schiedsrichtern, gegenüber gegnerischen und sogar eigenen Kindern“, sagt Philip Schemat, einer der Initiatoren des „Cups of Respect“. Die Armbänder sollen die Eltern an ihre Vorbildfunktion erinnern und ein respektvolles Miteinander stärken.

2.000 Armbänder haben die Macherinnen und Macher des „Cup of Respects“ produzieren lassen. Das nachhaltige Silikon hat dabei viele Vorteile: „Das Material kann nicht in Mikroplastik zerfallen, was uns sehr wichtig war. Es ist chemisch stabil und hält lange“, erklärt Philip Schemat. Die Botschaften sollten möglichst niedrigschwellig an die Eltern herangetragen werden. „Da sind Armbänder ein probates Mittel“, so Schemat.

Die Eltern nehmen die Armbänder an diesem sonnigen Frühlings-Samstag neugierig entgegen, studieren die Botschaften und streifen sie sich übers Handgelenk. „Die sitzen gut. Sowohl die Bändchen, als auch die Botschaften“, findet Sara, eine der Spielermütter am Spielfeldrand. „Die Armbänder sind eine schöne, physische Erinnerung an den respektvollen Umgang.“ Auch Spielerpapa Hasan findet: „Wenn man sich mal mitreißen lässt und vielleicht zur Emotionalität neigt, muss man einfach nur mal an sein Handgelenk schauen.“

Das Team des „Cup of Respect“, das auch von der Hochschule München unterstützt wird, wird immer wieder das Gespräch mit den Eltern suchen, um zu erfahren, wie die Armbänder das Geschehen bei den Fußballspielen beeinflussen. Bei der Evaluation unterstützt ein Team der Deutschen Sporthochschule Köln.